Der Gemeinderat Steffisburg erkannte bereits vor Jahren: Der Zustand der bestehenden Schulgebäude und der steigende Platzbedarf erfordern Massnahmen, insbesondere mit Blick auf zeitgemässe Lehr- und Lernformen.
Deshalb leitete der Gemeinderat eine strategische Planung in die Wege. 2022 fiel der Grundsatzentscheid für ein Modell mit einem zentralen Oberstufenstandort. Die Schulanlage Schönau – grosszügig dimensioniert und zentral gelegen – bietet dafür ideale Voraussetzungen.
Nach der Zusammenlegung der Oberstufe in der Schönau sind die Sanierung und der Umbau der Schulanlage Zulg vorgesehen. Die Zulg wird ausschliesslich Primarschulklassen beheimaten.
Steffisburg führt - bedingt durch die Weitläufigkeit der Gemeinde - an zehn Standorten Kindergärten und Schulklassen. Die Grenzen zwischen den Einzugsgebieten sind nicht starr. So hat die Schulleitung die Gelegenheit, flexibel auf die schwankende Anzahl an Schülerinnen und Schülern zu reagieren und die Verteilung bedarfsgerecht auf die einzelnen Standorte anzupassen.
Die Schulraumplanung ist in der Gemeinde seit Jahren ein zentrales Thema. Der Gemeinderat erkannte, dass es Massnahmen wegen des Zustands der Schulanlagen und des gestiegenen Raumbedarfs braucht, um die veränderten Anforderungen an Lehr- und Lernformen zu erfüllen. Deshalb lancierte er eine strategische Schulraumplanung. Der nächste Schritt besteht in der Entwicklung der Schulanlage Schönau, weil die Gemeinde das Ziel hat, die Oberstufe an einem Ort zusammenzuführen. Sie soll Platz bieten für 22 Klassen mit je rund 21 Schülerinnen und Schülern und für je eine Klasse für besondere Förderung und Integration mit je rund 10 Lernenden.
Auf Basis umfangreicher Standortanalysen und der 2021 verabschiedeten Bildungsstrategie entschied sich der Gemeinderat 2022 für das Modell mit einem Oberstufen-Standort. Heute ist die Oberstufe einheitlich organisiert, aber auf zwei Standorte verteilt und mit der Mittelstufe gemischt. Das angestrebte Modell lässt sich mit der zentral gelegenen und grossen Schulanlage Schönau umsetzen. Zu diesem Ergebnis kam auch eine 2024 durchgeführte Machbarkeitsstudie: Am heutigen Standort Schönau ist eine Zusammenführung der Oberstufenklassen möglich. Konkret: Der Raumbedarf für 24 Klassenzimmer, Gruppen- und Fachräume, zusätzliche Zimmer für Lehrpersonen, Aufenthaltsräume und eine Aula liesse sich in der Schönau grundsätzlich realisieren. Um die baulich und organisatorisch beste Lösung zu finden, wird ein Studienauftrag durchgeführt. Am 14. März 2025 genehmigte der Grosse Gemeinderat einen Verpflichtungskredit für ein qualitätssicherndes Verfahren und die Vorprojektphase von 1'133'600 Franken.
Beim Studienauftrag handelt es sich um ein qualitätssicherndes Verfahren mit mehreren Planerteams, welches eine solide Grundlage für die nachfolgende Projektierung schafft und der Evaluation der besten Lösung dient. Der Auftrag an die Teams ist klar definiert: Gesucht werden Ideen für die Sanierung und die Erweiterung der bestehenden Schulgebäude mit optimaler Flächenausnutzung und der Einhaltung des vorgegebenen Raumprogramms. Die Lösung muss einen optimalen Schulbetrieb ermöglichen, die finanziellen Vorgaben einhalten, auf die Nachbarschaft, das Orts- und Landschaftsbild und die Aussenräume Rücksicht nehmen sowie die Betriebs- und Unterhaltskosten über den ganzen Lebenszyklus möglichst tief halten.
Die Zusammenlegung der Oberstufe an einem einzigen Standort birgt viel Potenzial für die Steigerung der ökonomischen Effizienz und der pädagogischen Qualität. Ein zentraler Standort erleichtert beispielsweise die tägliche Organisation und reduziert den Koordinationsaufwand für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen. Zudem werden die vorhandenen Räumlichkeiten besser ausgelastet, was eine wirtschaftlichere Betriebsführung ermöglicht.
Aus den Diskussionen in den Dialogräumen sind zwei Erkenntnisse besonders hervorzuheben. Erstens: Den Quartierschulhäusern wird in der Bevölkerung grosse Bedeutung zugemessen. Zweitens: Das «Herzstück» des Schulraums soll nicht zu gross sein – ein Schul-Campus mit möglichst vielen Kindern, Klassen und Stufen ist für Steffisburg aus pädagogischen Überlegungen nicht passend.
Die Gemeinde Steffisburg führt an insgesamt zehn Standorten (Stand Schuljahr 2025/26) 15 Kindergärten , 43 Klassen der Primarschule zuzüglich je eine Klasse für besondere Förderung und Integration und 20 Klassen der Sekundarstufe I. Die 20 Klassen der Oberstufe (7.bis 9. Klasse) und je eine Klasse für besondere Förderung und Integration verteilen sich derzeit auf zwei Standorte: auf die Oberstufe Schönau und die Oberstufe Zulg. An beiden Standorten befinden sich derzeit zudem eine Primarschule mit je fünf Klassen des 5. und 6. Schuljahres.
Steffisburg verzeichnet 16 500 Einwohnende (Stand: 28. Februar 2025), erstreckt sich über 13,35 Quadratkilometer und ist durch die weitläufige Quartiersentwicklung geprägt. Im Lauf der Jahrzehnte entstanden mehrere Kindergartenstandorte in den jeweiligen Wohnquartieren. Die neun Kindergartenstandorte sind auf fünf Einzugsgebiete zusammengefasst. Die Einzugsgebiete hängen im Kindergarten und in der 1. bis 4. Klasse im Wesentlichen von der Zumutbarkeit der Schulwege ab und variieren teilweise von Jahr zu Jahr. Die Grenzen zwischen den Einzugsgebieten verlaufen nicht starr, sondern eher dynamisch. So hat die Schulleitung die Möglichkeit, mit der Auslegung der Einzugsgebiete auf die schwankende Anzahl an Schülerinnen und Schülern zu reagieren und die Verteilung auf die einzelnen Standorte entsprechend zu steuern. Ab der 5. Klasse verliert das Einzugsgebiet etwas an Bedeutung, weil die Kinder in der Regel mit dem Velo zur Schule fahren. Ab diesem Zeitpunkt ist es möglich, dass sie auch an die Primarschulstandorte Schönau und Zulg zugeteilt werden.
Auf Basis der durchgeführten Analysen zu der Entwicklung der Schülerzahlen, dem Zustand der Gebäude, der bestehenden Infrastruktur und der heutigen Nutzung prüfte der Gemeinderat verschiedene Varianten. 2022 fällte er den Grundsatzentscheid, die Oberstufe in der Schönau zusammenzulegen und an den Kindergärten und Primarschule bis zum 4. Schuljahr an den Quartierschulhäusern festzuhalten. Die Anlage Schönau ist gross und zentral gelegen – und deshalb für eine Zusammenlegung der Oberstufe prädestiniert. Dieses Szenario diskutierten verschiedene Anspruchsgruppen in mehreren Dialogräumen. Eine erste Machbarkeitsstudie bestätigte 2024 die Umsetzbarkeit des Vorhabens.
Nach der Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Schönau werden alle Klassen der Oberstufe an diesem Standort unterrichtet. Mit der Fertigstellung der Oberstufe Schönau sind die Sanierung und der Umbau der Schulanlage Zulg geplant, die ausschliesslich Primarschulklassen aufnimmt.
Die Planung für die Sanierung der Schulanlage Zulg soll voraussichtlich 2027 starten. Die Planung für die weiteren Schulanlagen folgt entsprechend und wird zum gegebenen Zeitpunkt kommuniziert.
Massgebend für die Festlegung der Anzahl Klassen sind das Volksschulgesetz (vom 19. März 1992, Stand 1. August 2017), die Volksschulverordnung (vom 10. Januar 2013, Stand 1. August 2013) und die Richtlinien für Schülerzahlen (Stand 1. September 2013). Unter Berücksichtigung dieser Vorgaben haben kommunale Behörden oder Schulleitungen nur beschränkt Einfluss auf die Klassengrössen und die Anzahl der zu führenden Klassen. Gemäss kantonalen Vorgaben ist folgende Zielgrösse anzustreben: im Kindergarten der Durchschnitt von 18 Kindern pro Klasse und von der 1. bis zur 9. Klasse der Durchschnitt von 21 Schülerinnen und Schülern pro Klasse. Die Bandbreite der minimalen und maximalen Schülerzahlen pro Klasse liegt bei 15 bis 27 Schülerinnen und Schülern. Der Gemeinderat legt die Anzahl Klassen und die Klassengrössen jährlich fest.
Mit Berücksichtigung der Bauzonenkapazitäten und möglichen Siedlungs-entwicklungen im Einzugsgebiet des Schulraums Steffisburg wäre davon auszugehen, dass die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 weiterhin ansteigen wird. Insgesamt ist damit zu rechnen, dass die Anzahl an Schülerinnen und Schülern dementsprechend leicht ansteigt, allerdings mit einem immer kleineren Prozentsatz im Verhältnis zu den Einwohnern.
Der Bedarf an Schulraum ist grundsätzlich anerkannt – davon zeugen die durchwegs erfolgreichen verlaufenen Abstimmungen über Schulprojekte in den vergangenen 20 Jahren.
Bei der Vorbereitung des Studienauftrags wirkte die Kerngruppe Bildung aktiv mit. Zu den wichtigsten Grundlagen des Projektes zählt das Richtraumprogramm, das von der Kerngruppe Bildung - mit Einbezug beider Oberstufenkollegien - diskutiert, geprüft und ergänzt worden ist. Damit die Projektziele weiterhin bestmöglich erfüllt werden, legt der Gemeinderat Wert darauf, dass in der nachgelagerten Projektierung mit Partizipationsgefässen die Bedürfnisse der verschiedenen Interessensgruppen - insbesondere der Nutzenden - gezielt abgefragt werden und schliesslich in die Planung einfliessen.